Was sind Chakren überhaupt? Chakren (vom Sanskrit cakra, "Rad" oder "Kreis") sind feinstoffliche Energiezentren entlang der Wirbelsäule, die in der yogischen und tantrischen Tradition seit Jahrtausenden beschrieben werden. Sie sind keine anatomischen Organe — man findet sie nicht im Operationssaal —, aber sie sind erfahrbar: als Bereiche im Körper, in denen sich bestimmte Themen, Gefühle und Lebensqualitäten besonders deutlich zeigen.
Wenn wir von einem offenen Chakra sprechen, meinen wir: Die Energie fließt hier ungehindert. Das jeweilige Lebensthema — Sicherheit, Lust, Selbstvertrauen, Liebe, Ausdruck, Klarheit, Verbundenheit — ist verfügbar, ohne dass wir uns dafür anstrengen müssen. Ein geschlossenes oder blockiertes Chakra zeigt sich umgekehrt: Das Thema wird spürbar schwer, oft körperlich, emotional und im Verhalten. Diese Unterscheidung ist nicht dogmatisch zu verstehen. Chakren sind nicht entweder „ein“ oder „aus“. Sie haben Tendenzen, die sich über Tage, Wochen, Lebensphasen verändern. Wer heute ein gut schwingendes Halschakra hat, kann morgen den Kloß im Hals spüren — und umgekehrt.
Diese Seite ist als Werkzeug zur Selbstwahrnehmung gedacht, nicht als Diagnose. Lies sie wie einen Spiegel: Wo erkennst du dich? Welche Beschreibung trifft etwas in dir, das gerade Aufmerksamkeit braucht? Reiki, Atem, ätherische Öle und ehrliche Selbstreflexion sind sanfte Werkzeuge, mit denen sich das energetische Gleichgewicht unterstützen lässt.
💡 So nutzt du diese Seite
Lies die Chakren von unten nach oben — von der Wurzel bis zur Krone. Das ist die Reihenfolge, in der Reiki traditionell arbeitet: erst erden, dann öffnen. Beachte besonders die Bereiche, in denen du dich beim Lesen wiedererkennst — sie sind wahrscheinlich die, an denen du gerade arbeiten darfst.
Wurzelchakra
Sanskrit: Muladhara
Rot
Lage: am Beckenboden, zwischen Steiß und Schambein
✨ Geöffnet
Ein offenes Wurzelchakra spürt sich an wie ein ruhiger, breiter Stand. Du fühlst dich sicher in deinem Körper, in deinem Zuhause und in deinem Leben. Geld, Wohnraum, tägliche Versorgung sind keine quälenden Themen, sondern Felder, die du gestalten kannst. Im Alltag zeigt sich das, wenn du morgens ohne diffuse Angst aufwachst, wenn du nach einer schwierigen Nachricht zuerst durchatmest, statt in Panik zu kippen, und wenn du Menschen gegenüber ein Grundvertrauen mitbringst — nicht naiv, aber offen. Du gehst geerdet durch deinen Tag, deine Schritte haben Gewicht. Du kannst Nein sagen und Ja sagen, ohne dich dafür entschuldigen zu müssen. Ein Beispiel: Ein Kollege kündigt überraschend, dein Job wird unsicher — du registrierst die Unsicherheit, spürst sie körperlich, aber sie wirft dich nicht aus dem Gleichgewicht. Du machst Pläne, statt zu erstarren. Auch dein Verhältnis zum eigenen Körper ist freundlich: Du isst, schläfst und bewegst dich, weil es dir gut tut, nicht aus Pflicht.
⚠ Geschlossen / Blockiert
Ist das Wurzelchakra geschlossen oder geschwächt, sitzt eine leise oder laute Angst im Hintergrund — manchmal so vertraut, dass du sie kaum noch wahrnimmst. Du fühlst dich entwurzelt, springst von Wohnort zu Wohnort, von Beziehung zu Beziehung, ohne irgendwo richtig anzukommen. Geld macht dich nervös, auch wenn rational alles in Ordnung ist. Vertrauen ins Leben und in andere Menschen fehlt: Du erwartest, dass etwas schiefgeht. Körperlich zeigt sich die Blockade oft in den Beinen, Füßen, im unteren Rücken — kalte Füße, Verspannungen im Kreuz, ein dumpfes Ziehen im Becken. Schlafprobleme sind häufig, vor allem das nächtliche Aufwachen gegen 3 Uhr mit Sorgenkarussell. Im Verhalten erkennst du eine Wurzelschwäche an Übervorsicht, Hortverhalten (du sammelst, ohne zu brauchen), oder am Gegenteil: völliger Sorglosigkeit, weil das Spüren der Unsicherheit zu schmerzhaft wäre. Beziehungen bleiben oberflächlich, weil tiefes Vertrauen schwer fällt.
🌿 Ätherische Öle
Angelikawurzel, Eichenmoos, Immortelle, Narde, Patschuli, Vetiver, Zypresse
Diese Öle sind erdig und tragend. Ein bis zwei Tropfen Vetiver oder Patschuli auf einem Wattepad, dazu langsam einatmen — und du spürst, wie der Atem nach unten wandert. Verdünnt (1–2 % in Mandel- oder Jojobaöl) sanft auf Fußsohlen, Steißbein oder unteren Rücken einmassieren. Im Diffuser abends, wenn der Tag nicht enden will.
🖐 Reiki-Ansatz
Lege beide Hände flach auf den Beckenboden oder, wenn das ungewohnt ist, auf die Hüftknochen und den unteren Bauch. Atme tief in den Bauch. Bitte die Energie, nach unten zu fließen — in die Knochen, in die Beine, in die Füße. Oft spürt man hier zuerst Wärme, manchmal ein leichtes Pulsieren. Bleib mindestens fünf Minuten. Diese Position ist die Grundlage jeder Selbst-Reiki.
Sakralchakra (Bauchchakra)
Sanskrit: Svadhisthana
Orange
Lage: etwa zwei Finger breit unter dem Bauchnabel
✨ Geöffnet
Ein offenes Sakralchakra ist das Zentrum für Lebenslust, Kreativität und Nähe. Du kannst genießen, ohne sofort an die Konsequenzen zu denken — ein gutes Essen, eine Berührung, ein Lachen ohne Grund. Beziehungen zu Partner, Freunden, Kindern haben Tiefe, ohne klammernd zu werden. Sexualität, wenn sie ein Thema ist, fühlt sich natürlich an, nicht beladen mit Scham oder Druck. Du bist leidenschaftlich für Dinge, die dir wichtig sind: ein Projekt, eine Idee, ein Mensch. Im Alltag zeigt sich das, wenn du beim Kochen vor dich hin summst, wenn du auf einer Geburtstagsfeier leicht in Gespräche kommst, wenn du dich für ein neues Hobby begeisterst, ohne sofort an dessen Nutzen zu denken. Du inspirierst andere, weil du selbst inspiriert bist. Und du kannst Pausen genießen — Faulheit ist hier keine Schwäche, sondern Teil des Rhythmus von Tun und Sein.
⚠ Geschlossen / Blockiert
Bei einem geschlossenen Sakralchakra wird Nähe schwer. Du sehnst dich nach Verbindung und schreckst gleichzeitig davor zurück. Manche Menschen mit dieser Blockade manipulieren, ohne es zu wollen — kleine Spitzen, Schweigespiralen, Eifersuchtsanflüge. Andere ziehen sich völlig zurück, fühlen sich leblos, freudlos, ausgebrannt. Lebenskraft fehlt: Du tust, was du tun musst, aber nichts begeistert dich. Sexualität ist entweder verdrängt oder kompensatorisch übersteigert. Körperlich äußert sich das im unteren Bauch — Verdauungsprobleme, Menstruationsbeschwerden, ein Druckgefühl im Becken, Steifheit in den Hüften. Kreative Blockaden sind typisch: Du startest Projekte und brichst sie ab, du hast Ideen und führst sie nicht aus. Auch Furcht vor körperlicher Nähe — sich anfassen lassen, gehalten werden — kann auf eine Sakralblockade hinweisen.
🌿 Ätherische Öle
Jasmin, Ho-Blätter, Blutorange, Rose, Kardamom, Sandelholz, Tonka, Vetiver, Ylang-Ylang
Diese Öle sind sinnlich, warm, einladend. Ylang-Ylang und Jasmin öffnen sanft, Blutorange hebt die Stimmung. Achtung: Reine Rose und Jasmin sind sehr intensiv — 1 Tropfen in 10 ml Trägeröl reicht. Verwende sie für eine Bauch-Massage im Uhrzeigersinn, oder gib drei Tropfen in ein warmes Bad.
🖐 Reiki-Ansatz
Lege die Hände nebeneinander unterhalb des Bauchnabels. Stell dir vor, wie warme, orangefarbene Energie wie eine kleine Sonne unter deinen Händen entsteht. Manche spüren hier Bewegung, manchmal sogar Bilder oder alte Erinnerungen. Lass sie kommen und gehen — bewerte nichts. Sieben Minuten genügen.
Solarplexuschakra
Sanskrit: Manipura
Gelb
Lage: etwa eine Handbreit über dem Bauchnabel, unter dem Brustbein
✨ Geöffnet
Mit offenem Solarplexus stehst du zu dir. Du weißt, wer du bist, was du kannst, was du willst — und scheust dich nicht, das auch zu zeigen. Souveränität ist hier das Stichwort, nicht im Sinne von Arroganz, sondern als ruhige Selbstsicherheit. Du übernimmst Verantwortung, ohne dich zum Märtyrer zu machen. Im Job, in der Familie, im Freundeskreis bist du jemand, an dem sich andere orientieren — nicht weil du dich vordrängst, sondern weil deine Klarheit Sicherheit gibt. Im Alltag zeigt sich das, wenn du in einer Meetingrunde sagst, was zu sagen ist, ohne dich vorher fünfmal zu fragen, ob du darfst. Wenn du Entscheidungen triffst und dazu stehst, auch wenn sie nicht jedem gefallen. Wenn du dein eigenes Lob aushältst und annehmen kannst. Du strahlst eine Wärme aus, die andere als Stärke wahrnehmen — und doch ist es Wärme, kein Druck.
⚠ Geschlossen / Blockiert
Ein blockierter Solarplexus zeigt sich als chronisches Selbstzweifeln. Du fragst dich ständig, ob du gut genug bist. Komplimente kannst du nicht annehmen, Kritik trifft dich übermäßig, Entscheidungen schiebst du auf. Du fühlst dich kraftlos, manchmal regelrecht ausgeleert, und nach Begegnungen mit dominanten Menschen brauchst du Stunden, um wieder zu dir zu kommen. Im anderen Extrem kann sich eine Solarplexus-Schwäche auch als überzogene Härte zeigen: laut, kontrollierend, herrisch — weil im Inneren die Unsicherheit so groß ist, dass sie nach außen übertönt werden muss. Körperlich sitzt die Blockade oft im Magen — Sodbrennen, Reizmagen, Übelkeit vor Herausforderungen. Auch die Leber kann angesprochen sein: Verträglichkeit von Alkohol, fettem Essen, Wut, die nicht verarbeitet wird. Wer ständig Energie verliert in Gesprächen mit anderen, hat hier meist eine Schwachstelle.
🌿 Ätherische Öle
Rosmarin, Pfeffer, Gewürznelke, Kampfer, Estragon, Koriander, Lavendel, Muskatellersalbei, Myrrhe, Oregano, Thymian, Zimt, Zitrone
Hier finden sich kraftvolle, wärmende Öle. Achtung: Zimt, Gewürznelke, Oregano, Thymian und Pfeffer sind hautreizend — nie unverdünnt auf die Haut! Max. 0,5–1 % in Trägeröl, oder ausschließlich im Diffuser. Schwangere meiden Rosmarin und Salbei. Zitrone und Lavendel sind die mildesten und für tägliche Anwendung geeignet.
🖐 Reiki-Ansatz
Hände flach über die Magengegend, knapp unter dem Brustbein. Stell dir vor, wie eine warme, goldene Sonne in deinem Bauch leuchtet. Wenn Wut, Angst oder Trauer auftauchen — lass sie da sein, ohne sie wegmachen zu wollen. Reiki sortiert. Acht bis zehn Minuten reichen meist.
Herzchakra
Sanskrit: Anahata
Grün
Lage: in der Mitte des Brustkorbs, auf Höhe des physischen Herzens
✨ Geöffnet
Ein offenes Herzchakra ist das wärmste Geschenk, das man sich selbst und der Welt machen kann. Du liebst — dich selbst, andere Menschen, das Leben in seiner ganzen Widersprüchlichkeit. Liebe ist hier nicht romantische Schwärmerei, sondern eine ruhige, tragende Grundhaltung. Du kannst Mitgefühl zeigen, ohne dich aufzuopfern. Du kannst Grenzen ziehen, ohne dabei hart zu werden. Im Alltag zeigt sich das, wenn du einem unfreundlichen Verkäufer trotzdem freundlich begegnest, weil du ahnst, dass er einen schweren Tag hat. Wenn du einem Freund zuhörst, ohne sofort Ratschläge geben zu müssen. Wenn du dich selbst im Spiegel anschauen kannst, mit allen Falten und Schwächen, und denkst: Ja, so ist es gut. Menschen mit offenem Herzchakra wirken anziehend, weil sie eine Wärme ausstrahlen, in der andere sich entspannen können. Sie sind warmherzig, ohne aufdringlich zu sein.
⚠ Geschlossen / Blockiert
Ein verschlossenes Herzchakra zeigt sich oft als Einsamkeit mitten unter Menschen. Du sehnst dich nach Nähe und stößt sie zugleich weg. Beziehungen werden sprunghaft, instabil — heute Verschmelzung, morgen Rückzug. Du kannst dich selbst schwer mögen, und Menschen, die dich mögen, machen dich misstrauisch. Manche Menschen mit Herzblockade werden zum „einsamen Wolf“, der erklärt, er brauche niemanden — während innen eine tiefe Sehnsucht brennt, die nicht ausgehalten werden kann. Körperlich äußert sich das oft als Engegefühl in der Brust, flacher Atem, verspannte Schultern, die nach vorne fallen, als wollten sie das Herz schützen. Auch chronische Erkältungen können ein Hinweis sein — das Herz hat seine energetische Verbindung zu Lunge und Atemraum. Auf der Beziehungsebene erkennt man die Blockade an einem ständigen Schwanken zwischen Verschmelzung und Flucht.
🌿 Ätherische Öle
Cistrose, Douglasie, Geranium, Iriswurzel, Magnolienblüte, Melisse, Mimose, Narzisse, Neroli, Rose, Rosengeranie, Tuberose
Rose ist die Königin der Herzöle — aber teuer. Rosengeranie ist die zugängliche, günstige Schwester mit ähnlicher Wirkung. Neroli wirkt sanft beruhigend. Ein Tropfen Rose oder Neroli in der Handfläche verreiben, dann die Hände aufs Herz legen — ein einfaches, kraftvolles Ritual. Im Diffuser abends nach Konflikten.
🖐 Reiki-Ansatz
Eine Hand auf die Brustmitte, die andere auf den Rücken zwischen den Schulterblättern (so weit du kommst) — oder beide Hände vorne aufs Herz, übereinander. Atme in die Hände. Manchmal kommen Tränen — das ist okay. Das Herz kennt mehr Geschichten, als der Verstand erinnert. Bleib zehn Minuten.
Halschakra (Kehlchakra)
Sanskrit: Vishuddha
Hellblau
Lage: in der Mitte des Halses, auf Höhe des Kehlkopfs
✨ Geöffnet
Mit offenem Halschakra sprichst du deine Wahrheit — klar, freundlich, ohne Schärfe. Du kannst dich ausdrücken, ohne dich zu rechtfertigen. Du kannst zuhören, ohne dich in dem zu verlieren, was du hörst. Diplomatie und Klarheit sind kein Widerspruch: Du findest die Worte, die ankommen, ohne weh zu tun. Im Alltag zeigt sich das, wenn du in einem Konflikt sagen kannst „Das hat mich verletzt“ — ohne anzuklagen, ohne kleinzureden. Wenn du in einer Gruppe redest und merkst, dass dir zugehört wird. Wenn du auch schweigen kannst, ohne dich dabei unsichtbar zu fühlen. Menschen mit offenem Halschakra wirken oft charismatisch — nicht, weil sie laut wären, sondern weil sie das aussprechen, was andere nur denken. Sie können auch singen, ohne sich zu schämen, und ihre Stimme trägt — sie klingt voll, nicht gepresst.
⚠ Geschlossen / Blockiert
Bei blockiertem Halschakra wirst du entweder still oder scharf. Im einen Fall schluckst du alles — wichtige Worte, Wünsche, Grenzen — und merkst hinterher, wie es dir am Hals würgt. Im anderen Fall wird die Sprache zur Waffe: kritisch, tratschend, herabsetzend, mit feinem Spott. „Gossig“, wie der Volksmund sagt. Beides ist Ausdruck derselben Blockade: die Stimme findet ihren Platz nicht. Du fühlst dich nicht gehört, also redest du entweder gar nicht oder zu viel. Körperlich äußert sich das in häufigen Hals- und Stimmproblemen — Heiserkeit, Räusperzwang, Druckgefühl, „Kloß im Hals“. Auch Schilddrüsenprobleme können energetisch hierher gehören. Wer chronisch nicht sagt, was zu sagen wäre, dem fehlt im Hals der Raum, buchstäblich. Im Verhalten typisch: Du erklärst dich nach Gesprächen oft selbst — warum du nicht das richtige gesagt hast, was du gemeint hättest.
🌿 Ätherische Öle
Cajeput, Eukalyptus, Niaouli, Myrte, Ravensara, Grapefruit, Fenchel, Salbei, Ysop
Klärende, frische Öle. Eukalyptus und Niaouli öffnen Hals und Atem — gerade bei beginnender Erkältung, die ja oft ein Hinweis auf „ungesagte Worte“ ist. Verdünnt auf den Brustkorb oder als Inhalation. Achtung: Eukalyptus, Salbei und Ysop nicht bei kleinen Kindern und in der Schwangerschaft. Grapefruit am Tag vorsichtig — leicht phototoxisch.
🖐 Reiki-Ansatz
Eine Hand vorne auf den Hals (nicht drücken, nur sanft auflegen), die andere in den Nacken. Du kannst die Hand auch knapp über den Hals halten, wenn direkter Kontakt unangenehm ist. Atme bewusst durch die Nase ein und durch den leicht geöffneten Mund aus. Fünf bis sieben Minuten.
Stirnchakra (Drittes Auge)
Sanskrit: Ajna
Dunkelblau / Indigo
Lage: zwischen den Augenbrauen, etwas oberhalb
✨ Geöffnet
Ein offenes Stirnchakra schenkt Klarheit. Du siehst Zusammenhänge, die andere übersehen. Du hast Ideen, die nicht nur klug, sondern auch stimmig sind. Du vertraust deiner Intuition, ohne den Verstand auszuschalten — beide arbeiten zusammen. Visionen für dein Leben, für Projekte, für Beziehungen kommen wie von selbst und tragen dich. Im Alltag zeigt sich das, wenn du beim Spazieren plötzlich die Lösung für ein Problem siehst, an dem du dich tagelang abgearbeitet hast. Wenn du jemanden triffst und sofort weißt, ob etwas Wichtiges entstehen wird. Wenn du Träume hast, die dich etwas lehren. Menschen mit offenem Stirnchakra wirken oft kreativ und gleichzeitig grundsolide — weil sie sehen, was ist, und nicht in Wunschdenken verfallen. Sie können auch gut visualisieren: ein Bild im Kopf entstehen lassen, ein Ziel vor sich sehen, ein Vorhaben in seiner ganzen Form spüren.
⚠ Geschlossen / Blockiert
Bei einem geschlossenen Stirnchakra fehlt die innere Sicht. Du läufst auf Routine, ohne Visionen. Ideen kommen selten, und wenn, dann zweifelst du an ihnen, bevor sie atmen können. Du stehst dir selbst im Weg. Psychisch fühlt sich das eng an — wie in einem Korridor ohne Fenster. Du analysierst zu viel, intuitives Wahrnehmen wird abgewertet als „Einbildung“. Manche Menschen mit Stirnchakrablockade verlieren den Zugang zu ihrer Kreativität ganz und werden zu reinen Funktionsmenschen. Andere kompensieren durch übersteigerte Spiritualität — viel Suche, viele Bücher, wenig Verwurzelung. Körperlich kann sich die Blockade in Stirnkopfschmerzen, Schwindel oder Augenproblemen zeigen. Auch Schlafprobleme — speziell das nicht abschalten Können, das endlose Gedankenkreisen vor dem Einschlafen — sind häufig. Im Verhalten typisch: Du erkennst Muster bei anderen klar, bei dir selbst gar nicht.
🌿 Ätherische Öle
Anis, Eukalyptus citriodora, Kamille blau, Limette, Citronellagras, Lorbeer, Melisse, Minze, Muskatellersalbei, Myrte, Verbena, Wacholder
Diese Öle klären den Geist. Pfefferminze und Lorbeer wecken auf, blaue Kamille beruhigt. Ein Tropfen Lavendel oder Kamille auf die Schläfen verdünnt — sanft einmassieren bei Kopfschmerzen. Im Diffuser beim Meditieren oder Lernen. Pfefferminze nicht bei kleinen Kindern, Salbei nicht in der Schwangerschaft.
🖐 Reiki-Ansatz
Eine Hand auflegen oder leicht über die Stirn halten, die andere am Hinterkopf. Stell dir vor, wie zwischen deinen Augenbrauen ein ruhiges, tiefblaues Licht leuchtet. Bilder, Eindrücke, Erinnerungen können auftauchen — nicht festhalten. Diese Position ist gut bei Grübelei und Schlafproblemen. Sieben Minuten.
Kronenchakra
Sanskrit: Sahasrara
Violett / Weiß
Lage: am Scheitel des Kopfes, der höchste Punkt
✨ Geöffnet
Mit offenem Kronenchakra spürst du Verbundenheit. Mit dir selbst, mit anderen Menschen, mit etwas Größerem — du nennst es Gott, Universum, Quelle, Natur, je nach deinem Weg. Du erlebst Momente von Weisheit, die nicht aus dem Studium kommen, sondern aus einer tieferen Schicht. Liebe wird universal, nicht beschränkt auf die, die dir nah sind. Du bist klar, ohne kühl zu sein. Im Alltag zeigt sich das, wenn du bei einem Sonnenaufgang plötzlich weißt, dass alles in Ordnung ist — auch wenn äußerlich gerade vieles nicht in Ordnung ist. Wenn du nach einer Meditation aufstehst und das Gefühl hast, gerade etwas verstanden zu haben, das du nicht in Worte fassen kannst. Wenn du Menschen begegnest und in ihnen, jenseits ihrer Rolle, das Menschsein selbst sehen kannst. Ein offenes Kronenchakra ist selten dauerhaft — es ist eher eine Qualität, die in bestimmten Momenten aufleuchtet.
⚠ Geschlossen / Blockiert
Bei verschlossenem Kronenchakra fühlst du dich isoliert. Es fehlt dir der innere Halt jenseits des Alltags. Du bist leicht beeinflussbar — von Meinungen anderer, von Trends, von der eigenen Tagesstimmung. Ängste haben mehr Macht als nötig. Sinnfragen werden quälend statt nährend: „Wozu das alles?“ Manche Menschen mit dieser Blockade werden zu Zynikern — alles ist sinnlos, alles ist Show. Andere klammern sich an dogmatische Antworten, weil das offene Nicht-Wissen unerträglich ist. Körperlich kann sich die Blockade in Migräne, hartnäckigen Kopfschmerzen oder dem Gefühl zeigen, „nicht ganz da“ zu sein — Konzentrationsprobleme, leichte Depersonalisation. Im Verhalten typisch: Du suchst Bestätigung im Außen, weil innen nichts trägt. Du verlierst dich in Konsum, Arbeit, ständiger Beschäftigung, um die Leere nicht zu spüren.
🌿 Ätherische Öle
Lavendel vera, Minze, Myrrhe, Narde, Sandelholz, Veilchenblätter, Elemi, Rose, Agarholz, Johanniskraut, Olibanum, Ysop
Olibanum (Weihrauch) ist klassisch für das Kronenchakra — er hebt die Aufmerksamkeit. Sandelholz und Narde wirken tief beruhigend, gut für Meditation. Ein Tropfen Weihrauch auf den Scheitel oder zwischen die Augenbrauen, mit Trägeröl verdünnt. Im Diffuser vor und während der Meditation. Lavendel vera ist universell verträglich und auch für Kinder geeignet.
🖐 Reiki-Ansatz
Beide Hände wie eine kleine Mütze über den Scheitel halten, ohne den Kopf zu berühren. Manchmal spürst du hier ein leichtes Prickeln oder Kühle. Stell dir vor, wie Licht von oben in dich einströmt. Diese Position öffnet — sie ist gut am Ende einer Selbst-Reiki. Fünf bis zehn Minuten.
🧠 Selbstcheck — sieben Fragen
Nimm dir für jede Frage einen Moment Zeit. Antworten müssen nicht schnell kommen — manche brauchen Tage. Schreib sie in dein Journal, oder lass sie einfach im Hintergrund wirken.
- Wurzelchakra: Wo in meinem Leben fühle ich mich wirklich zu Hause — und wo nicht?
- Sakralchakra (Bauchchakra): Was begeistert mich gerade — und erlaube ich es mir, dem zu folgen?
- Solarplexuschakra: Wo halte ich mich klein — und wem zuliebe eigentlich?
- Herzchakra: Wem fällt es mir gerade schwer, von Herzen zu begegnen — und warum?
- Halschakra (Kehlchakra): Was hätte ich gestern sagen wollen — und habe es nicht?
- Stirnchakra (Drittes Auge): Welcher inneren Stimme höre ich gerade nicht zu?
- Kronenchakra: Was trägt mich, wenn alles wegfällt?
Quellenhinweis: Öl-Zuordnungen nach Duftwolkesieben.de — ergänzt mit traditionellem Reiki- und Aroma-Praxis-Wissen aus der Klarooo-Reiki-Arbeit. Diese Informationen ersetzen keine ärztliche oder fachliche Beratung.
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© Peter Baumann / Klarooo Reiki