Ehrlich wahrnehmen, wie du in eine Sitzung kommst
Peter Baumann spricht diesen Tag vollständig für dich ein — ruhig, in deinem Tempo, zum Mitgehen statt zum Mitlesen. Die Aufnahme öffnet sich, sobald du kostenlos angemeldet bist.
Prüfe vor der Reiki-Session ehrlich deinen Zustand und beginne erst, wenn Atem, Hände und innere Haltung gesammelt sind.
Bevor du bei jemandem die Hände auflegst, gehört eine Frage an dich selbst: Wie komme ich eigentlich gerade hier an? Gehetzt, gereizt, in Gedanken woanders? Wer einen Raum hält, sollte wissen, in welchem Zustand er ihn betritt. Nimm dir heute vor jeder Reiki-Session eine Minute, in der du nur das prüfst. Atem, Schultern, Kiefer, Tempo.
Und wenn du merkst, dass du noch nicht gesammelt bist, beginn erst danach. Wie ein Behandler, der vor der Tür die eigenen Schuhe abstreift. Das ist keine Zeremonie, sondern Hygiene. Was du mitbringst, ist im Raum, ob du willst oder nicht. Eine Minute Sammlung vorher ist wirksamer als zehn Minuten Nachbessern mittendrin. Und mach die Minute unabhängig davon, wie du dich fühlst. Gerade an guten Tagen fällt sie weg, weil man sie nicht zu brauchen glaubt — und dann fehlt sie an dem Tag, an dem es darauf ankommt. Eine Gewohnheit, die nur bei Bedarf greift, ist keine. Setz dich hin, auch wenn alles ruhig ist.
Stell dir die heutige Übung vor wie einen Behandler, der vor der Tür die eigenen Schuhe abstreift. Das Bild beweist nichts, es ordnet nur die Reihenfolge. Was du mitbringst, verschwindet nicht dadurch, dass die Sitzung beginnt, es sitzt dann bloß unbemerkt mit in den Händen. Frag dich heute vor dem ersten Auflegen kurz, wie du überhaupt hier angekommen bist.
Der Aufbau bleibt einfach. Ein Platz, an dem du einige Minuten nichts erledigen musst, und ein Sitz, gegen den der Körper nicht arbeitet. Setz ein Gassho davor, weniger als Ritual, mehr als Bestandsaufnahme. Wenn die Handflächen sich berühren, ist geklärt, wer hier sitzt, und die Sitzung kann anfangen. Nichts davon musst du in Ordnung bringen, es genügt, es zu sehen. Genau darum geht es heute: wie ein Behandler, der vor der Tür die eigenen Schuhe abstreift.
Setze dich vor jeder Reiki-Session eine Minute hin. Frage nicht, ob du perfekt bist, sondern ob du klar genug bist, um nichts Eigenes aufzudrängen. Geh in dieser Minute vier Punkte durch: Atem, Schultern, Kiefer, Tempo. Wo bist du noch schnell? Wo hältst du fest? Es geht nicht darum, das alles zu beheben — nur darum, es zu wissen, bevor du beginnst.
Wenn du merkst, dass du aufgewühlt bist, ist das kein Grund abzusagen. Es ist ein Grund, langsamer anzufangen und im Zweifel weniger zu tun. Wer weiß, dass er heute gereizt ist, drängt weniger auf. Und wenn du bei jemand anderem arbeitest: Was du mitbringst, ist im Raum, ob du willst oder nicht. Diese eine Minute vorher wirkt mehr als jedes Nachbessern mittendrin — und sie kostet weniger als alles andere, was du stattdessen tun könntest.
Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Behandler merkte vor einer Sitzung, dass er innerlich gereizt war. Er begleitete zuerst sich selbst und begann erst später. Die Sitzung wurde dadurch sauberer.
Bemerkenswert ist, was er nicht getan hat: Er hat die Sitzung nicht abgesagt und sich auch nicht zusammengerissen. Er hat die Reihenfolge geändert. Das ist fast immer der praktikabelste Weg — nicht der eigene Zustand muss anders sein, sondern der Zeitpunkt. Wenn du heute gereizt bist, verschieb den Beginn um zehn Minuten und begleite zuerst dich. Der Unterschied im Ergebnis ist größer als die Verzögerung.
Prüf am Ende noch einmal dasselbe wie am Anfang: Atem, Schultern, Kiefer, Tempo. Der Vergleich ist die eigentliche Auskunft dieses Tages, nicht der Zustand allein. Wie ein Behandler, der vor der Tür die eigenen Schuhe abstreift: Man merkt erst hinterher, wie viel man mitgebracht hatte.
Notiere beide Zustände, vorher und nachher, in je drei Wörtern. Mehr braucht es nicht. Nach zwei Wochen siehst du, ob deine Sitzungen dich sammeln oder ob du ohnehin schon gesammelt hineingehst — und das ist eine der wichtigsten Fragen für jemanden, der später andere begleiten will.
Am Ende lohnt derselbe Blick wie am Anfang. Nimm eine Frage mit: Was bringst du heute mit in die Sitzung, das vorher gesehen werden will? Antworte nicht sofort. Was man vorher übersieht, meldet sich meist mitten in der Praxis, als Unruhe ohne erkennbaren Grund. Wer müde kommt, behandelt anders als jemand, der gerade gestritten hat.
Sich selbst kurz anzusehen, kostet eine Minute und ändert die ganze Sitzung. Es ist keine Selbstbeschäftigung, sondern Sorgfalt. Nimm deshalb mit, was heute vor der Tür geblieben ist: wie ein Behandler, der vor der Tür die eigenen Schuhe abstreift. Nicht aus Strenge. Aus Achtung vor dem Raum, den du gleich betrittst. Nichts davon muss weg, es muss nur gesehen sein, bevor die Hände liegen. Dann sitzt es nicht mehr unbemerkt mit.
Deine Antwort gehört in dein persönliches Reiki-Tagebuch. Es wächst mit jedem Tag mit und bleibt allein bei dir.
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