Gedanken nicht wegdrücken, sondern weich werden lassen
Peter Baumann spricht diesen Tag vollständig für dich ein — ruhig, in deinem Tempo, zum Mitgehen statt zum Mitlesen. Die Aufnahme öffnet sich, sobald du kostenlos angemeldet bist.
Lege heute eine Alltagssorge bewusst in die Reiki-Praxis, ohne sie lösen zu müssen.
Nimm heute eine konkrete Sorge mit in die Praxis — nicht die größte, sondern eine, die dir gerade wirklich im Weg steht. Und dann tu nichts damit. Sorgen verschwinden selten, weil man sie wegschiebt. Sie werden weicher, wenn der Körper wieder Boden findet. Leg die Hände auf und lass die Sorge im Raum sein, ohne sie zu bearbeiten.
Das ist ungewohnt, weil man beim Nachdenken wenigstens das Gefühl hat, etwas zu tun. Wie ein Korb voller Briefe, der erst sortiert wird, nachdem man ihn abgestellt hat. Solange du trägst, kannst du nicht sortieren. Wenn die Sorge nach der Übung noch da ist, ist das kein Misserfolg. Prüfe nur, ob sie noch dasselbe Gewicht hat. Und wähle heute nur eine Sorge, nicht alle. Wer den ganzen Stapel mitbringt, übt nicht mehr, sondern verwaltet. Eine genügt, um den Unterschied zu erleben — und was du dabei lernst, überträgt sich später von selbst auf die übrigen.
Denk dir die heutige Übung wie einen Korb voller Briefe, der erst sortiert wird, nachdem man ihn abgestellt hat. Das Bild beweist nichts, es ordnet nur die Reihenfolge. Sorgen verschwinden durch Reiki nicht, und das ist auch nicht der Zweck; sie verlieren bloß den Griff, mit dem sie den Körper festhalten. Wegdrücken funktioniert dabei nie, es macht sie nur lauter. Merke heute, ob die Sorge beim Auflegen lauter oder leiser wird, beides ist eine brauchbare Antwort.
Der Rahmen bleibt einfach. Ein Platz, an dem einige Minuten lang niemand etwas von dir will, und ein Sitz, gegen den der Körper nicht arbeitet. Gassho als Erstes, noch bevor du irgendetwas sortierst. Wenn die Handflächen sich berühren, darf der Korb einen Moment stehen bleiben, ungeöffnet und unbeantwortet. Er läuft nicht weg, und nichts darin wird schlimmer, weil es wartet: wie ein Korb voller Briefe, der erst sortiert wird, nachdem man ihn abgestellt hat.
Lege eine Hand auf den Solarplexus und eine auf das Herz. Jede Sorge darf auftauchen, aber keine wird während der Reiki-Session gelöst. Das ist eine Abmachung mit dir selbst, und sie muss vorher stehen — sonst fängt der Kopf mitten in der Übung an zu arbeiten. Wenn eine Sorge kommt, nickst du innerlich und bleibst bei den Händen. Nicht wegschieben, nicht bearbeiten. Nur zur Kenntnis nehmen und dableiben.
Die untere Hand liegt dort, wo Sorgen sich meist zuerst melden: als Enge oder Flattern im Bauchraum. Die obere gibt dem Ganzen einen ruhigen Gegenpol. Achte darauf, ob sich zwischen beiden etwas verändert — bei vielen wird der Atem tiefer, ohne dass sie etwas dafür tun. Nach der Übung darfst du dich hinsetzen und die Sorge in Ruhe ansehen. Du wirst merken, dass sich der Blick darauf verschoben hat, auch wenn die Sache selbst gleich geblieben ist.
Ein Beispiel aus der Praxis: Jemand brachte dieselbe Sorge in jede Sitzung. Als er sie nicht löste, sondern im Körper hielt, wurde aus dem Gedanken ein konkretes Gespräch, das er führen musste.
Aus einer Sorge, die er nicht löste, wurde am Ende eine Handlung. Das ist die übliche Reihenfolge, auch wenn sie sich falsch anfühlt: Erst wird es ruhig, dann wird es klar, dann erst wird gehandelt. Wer die Reihenfolge umdreht und mitten in der Unruhe entscheidet, entscheidet meist nach Lautstärke. Halte deshalb heute aus, dass nichts gelöst wird. Wenn danach etwas zu tun ist, wird es sich von allein zeigen.
Bleib sitzen und widersteh dem Drang, die Sorge jetzt endlich anzugehen. Der Nachklang ist genau die Zeit, in der sich etwas sortiert, ohne dass du es sortierst. Wie ein Korb voller Briefe, der erst sortiert wird, nachdem man ihn abgestellt hat: Erst das Abstellen macht die Übersicht möglich.
Schreib danach die Sorge in einem Satz auf und daneben, ob sie leichter, gleich oder schwerer geworden ist. Nichts weiter. Wenn sich nach ein paar Tagen zeigt, dass sie immer gleich bleibt, ist sie vermutlich keine Sorge, sondern eine offene Aufgabe — und die gehört auf eine andere Liste.
Bevor du den Korb wieder aufnimmst, nimm eine Frage mit: Welche Sorge wurde durch Reiki nicht gelöst, aber klarer und kleiner? Antworte nicht sofort. Klarheit kommt bei Sorgen selten als Einsicht, häufiger als Nachlassen, an den Schultern, im Magen, in der Art, wie du atmest, wenn du an die Sache denkst.
Eine Sorge, die kleiner geworden ist, ist noch nicht erledigt. Sie ist nur wieder tragbar, und das genügt für heute vollkommen. Wer sie in dieser Größe anschaut, findet oft von allein den nächsten Schritt, der vorher unter der Last verschwunden war. Nimm deshalb mit, was heute abgestellt werden durfte: wie ein Korb voller Briefe, der erst sortiert wird, nachdem man ihn abgestellt hat. Sortieren kannst du später. Absetzen musst du zuerst.
Deine Antwort gehört in dein persönliches Reiki-Tagebuch. Es wächst mit jedem Tag mit und bleibt allein bei dir.
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