Die erste Fernreiki-Session
Peter Baumann spricht diesen Tag vollständig für dich ein — ruhig, in deinem Tempo, zum Mitgehen statt zum Mitlesen. Die Aufnahme öffnet sich, sobald du kostenlos angemeldet bist.
Sobald das Grundverständnis geklärt ist, kommt der entscheidende Schritt: die erste wirkliche Anwendung. Fernreiki-Arbeit bleibt Theorie, solange Du nicht selbst erlebt hast, wie es ist, still, gesammelt und bewusst auf Distanz zu arbeiten. Genau deshalb ist die erste Fernreiki-Session so wichtig. Sie ist weniger ein Test Deiner "Fähigkeiten" als ein Test Deiner Haltung.
Wenn Du zum ersten Mal Fernreiki gibst, sollte der Rahmen möglichst klar sein. Wähle keine überladene Situation und kein unüberschaubares Thema. Besser ist ein klarer Auftrag: eine Person, die zugestimmt hat, ein ruhiger Zeitraum, eine eindeutige Intention und ein sauberer Beginn. So lernt Dein System, was Distanzarbeit praktisch bedeutet, ohne dass zu viele Unsicherheiten gleichzeitig hineingemischt werden.
Vorbereitung ist bei Fernarbeit nicht Nebensache. Sie schafft die Klarheit, die Dir während der Session den Halt gibt. Ein stiller Raum, eine kurze Sammlung in Gassho, eine eindeutige Ausrichtung auf den Menschen oder die Situation und ein bewusster innerer Beginn sind oft wichtiger als jede spätere Interpretation.
Das Hon Sha Ze Sho Nen steht hier im Zentrum, weil es die Verbindung über Raum und Zeit eröffnet. Häufig wird zusätzlich Cho Ku Rei verwendet, um die Arbeit zu sammeln und Kraft zu bündeln. Manche ergänzen Sei He Ki, wenn deutlich ist, dass ein emotionaler oder psychischer Zustand mitwirkt. Wichtig ist: nicht alles mechanisch übereinanderlegen, sondern verstehen, warum welches Symbol jetzt Sinn ergibt.
Während der ersten Fernreiki-Session wirst Du wahrscheinlich weniger äußere Anhaltspunkte haben als bei einer direkten Sitzung. Das bedeutet aber nicht, dass Du ins Leere arbeitest. Du beobachtest einfach anders. Wie ist Deine eigene Sammlung? Bleibt die Verbindung ruhig? Entsteht Wärme in den Händen? Wird die Atmung tiefer? Merkst Du einen Wechsel zwischen Spannung und Entspannung, zwischen Klarheit und Zerstreuung?
Ein häufiger Fehler ist, während der Sitzung dauernd zu prüfen, ob "es funktioniert". Das macht die Arbeit unruhig. Besser ist es, den Prozess zu halten und erst danach zu reflektieren. Ein anderer Fehler ist, sich mit zu vielen Bildern oder Deutungen zu beschäftigen. Gerade bei der ersten Fernreiki-Session ist weniger Fantasie und mehr Schlichtheit oft der bessere Weg.
Stell Dir vor, eine Freundin bittet Dich um eine Fernreiki-Session, weil sie am Abend vor einem wichtigen Termin sehr nervös ist. Dann ist die Intention klar: Beruhigung, Sammlung, innere Ordnung. Du beginnst gesammelt, richtest die Verbindung mit Hon Sha Ze Sho Nen aus, sammelst die Energie mit Cho Ku Rei und bleibst bei der Reiki-Session ruhig. Nachher fragst Du nicht: "Hast Du etwas Spektakuläres gespürt?", sondern eher: "Wie war Dein Zustand danach? Wurde die Atmung ruhiger? Konntest Du besser schlafen?"
Genau solche konkreten Rückmeldungen machen die Praxis greifbar. Sie bewahren Dich auch davor, Fernreiki-Arbeit in ein Feld bloßer Behauptungen abgleiten zu lassen.
Es ist völlig normal, bei den ersten Fernreiki-Sessions unsicher zu sein. Viele fragen sich, ob sie etwas "richtig" machen oder ob sie bloß gedanklich arbeiten. Diese Unsicherheit wird kleiner, wenn Du die Session nicht als Beweisstück, sondern als Lernvorgang nimmst. Du musst bei der ersten Sitzung nicht alles können. Du musst nur sauber arbeiten.
Das heißt auch: keine Übertreibung in der Auswertung. Wenn die Person nachher ruhiger war oder besser geschlafen hat, ist das bereits bedeutsam. Es muss nicht sofort ein außergewöhnliches Erlebnis sein. Gerade die schlichten, nachvollziehbaren Wirkungen tragen auf Dauer mehr als große Geschichten.
Wie bei jeder Reiki-Arbeit gehört auch zur Fernreiki-Session ein klarer Abschluss. Du beendest die Sitzung bewusst, löst die Arbeit innerlich sauber und bleibst nicht mit der Aufmerksamkeit halb offen hängen. Gerade bei Distanzarbeit ist dieser Schritt wichtig, weil der äußere Rahmen weniger greifbar ist als bei einer direkten Sitzung.
Cho Ku Rei kann hier wieder sehr hilfreich sein. Als Kraftsymbol sammelt es nicht nur am Anfang, sondern hilft auch beim bewussten Schließen. Das schützt vor Verschwimmen und macht Deine Praxis verlässlicher.
Die erste Fernreiki-Session zeigt Dir meist nicht nur etwas über Reiki, sondern auch etwas über Dich. Bist Du ungeduldig? Willst Du schnelle Bestätigung? Wirst Du unsicher, wenn Dir äußere Kontrolle fehlt? Oder kannst Du in einer stillen Ausrichtung bleiben, ohne Dich dauernd beweisen zu müssen? Genau hier liegt die eigentliche Reifung.
Ein alter Reikimeister würde vielleicht sagen: Die erste Fernreiki-Session ist weniger ein Ereignis als ein Spiegel. Wenn Du aus ihr lernst, wird Distanzarbeit Schritt für Schritt selbstverständlich. Dann ist Fernreiki-Arbeit nicht mehr eine faszinierende Ausnahme, sondern eine saubere Erweiterung Deiner Praxis.
Deine Antwort gehört in dein persönliches Reiki-Tagebuch. Es wächst mit jedem Tag mit und bleibt allein bei dir.
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