Ein Blick hinter die Tür – was bei einer Einweihung äußerlich, energetisch und innerlich geschieht.
Eine Reiki-Weihung (auch Einstimmung, Einweihung oder im Japanischen Reiju genannt) ist ein heiliger Akt, bei dem der Reiki-Meister deinen Energiekanal öffnet und stabilisiert. Sie ist der zentrale Moment jedes Reiki-Grades.
Bei der Weihung wird kein „neues“ in dich hineingegeben – die Fähigkeit, Reiki zu kanalisieren, hatten alle Menschen schon immer. Was passiert: dein Energiesystem wird neu ausgerichtet, sodass die universelle Lebensenergie wieder klar durch dich fließen kann.
Stelle es dir vor wie das Öffnen eines lange verschlossenen Fensters: Das Licht war immer draußen – jetzt darf es endlich hereinkommen.
Hier wird dein Kanal geöffnet. Die Energiezentren in Kopf, Herz und Händen werden aktiviert, sodass Reiki körperlich durch deine Hände fließen kann.
Nach Reiki I kannst du Selbst-Reiki praktizieren und andere Menschen, Tiere und Pflanzen durch Handauflegen begleiten. Du arbeitest mit dem ersten Symbol: Choku Rei.
Hier wird dein Kanal erweitert und feiner abgestimmt. Die Wirkung von Reiki I verstärkt sich um ein Vielfaches. Drei neue Symbole werden in dein Energiefeld übertragen: Sei He Ki (emotionale innerer Ausgleich), Hon Sha Ze Sho Nen (Fern- und Zeit-Reiki) und eine vertiefte Form von Choku Rei.
Nach Reiki II kannst du auf Distanz innerlich in Balance kommen, in die Vergangenheit oder Zukunft schicken, Mantras & Symbole einsetzen.
Hier wird dein gesamtes Energiesystem auf Meisterebene transformiert. Das Meistersymbol Dai Ko Myo wird in dich eingewoben – es ist die höchste Schwingung der Usui-Tradition.
In manchen Schulen wird Reiki III geteilt: Reiki IIIa als persönliche Meisterstufe (vertiefte Selbstfürsorge), Reiki IIIb als Lehrermeister (Befugnis, selbst Weihungen zu geben).
Jeder Meister gestaltet die Weihung etwas anders – der Kern ist aber überall gleich. Hier der typische Ablauf:
Während der Weihung wird dein Energiekörper neu strukturiert. Konkret:
Das Kronenchakra wird geöffnet. Hier fließt die universelle Energie ein. Bei vielen Menschen ist es zugeschüttet von Bewertungen, Skepsis oder alter Verletzung – die Weihung räumt es frei.
Die Handchakren werden aktiviert. In den Handflächen liegen sekundäre Chakren, durch die Reiki nach außen fließt. Vor der Weihung sind sie meist schlafend – danach sind sie wach und empfindsam.
Der Hara (Bauchzentrum) wird verbunden. Reiki braucht eine Erdung, sonst „flutet“ es das System. Der Hara wird angeschlossen, damit die Energie geerdet bleibt.
Die Aura wird gereinigt. Alte Schichten, Blockaden, Fremdenergien werden gelöst – oft beginnt schon während der Weihung ein Reinigungsprozess, der einige Tage anhält.
Eine Verbindung wird geschaffen. Du wirst Teil der Linie aller Reiki-Lehrer seit Mikao Usui. Diese Linie wird zu deiner energetischen Heimat.
Wichtig: Die Stärke deiner Erfahrung sagt nichts über die Stärke deiner Weihung aus. Manche Menschen erleben Feuerwerke, andere stille Tiefe – beide werden gleich kraftvoll Reiki kanalisieren können.
Nach jeder Weihung beginnt eine 21-tägige Reinigungsphase. Sie folgt der Symbolik der 21 Tage, die Mikao Usui auf dem Berg Kurama meditierte. Jede Phase entspricht einem Bereich:
Tag 1–7: Körperliche Reinigung. Der Körper löst alte Toxine, Spannungen, Krankheitsspuren. Möglich: Verdauungsänderungen, Müdigkeit, Hautveränderungen, mehr Durst.
Tag 8–14: Emotionale Reinigung. Alte Gefühle, ungelöste Konflikte, vergessene Wunden tauchen auf. Möglich: Stimmungsschwankungen, Erinnerungen, intensive Träume, Bedürfnis nach Rückzug.
Tag 15–21: Geistig-spirituelle Reinigung. Glaubenssätze, Lebensthemen, der innere Lehrer beginnt zu sprechen. Möglich: tiefe Einsichten, Sinnfragen, Sehnsucht nach Stille.
Praktiziere in diesen 21 Tagen jeden Tag Selbst-Reiki. Das ist die wichtigste Empfehlung. Trinke viel Wasser. Geh in die Natur. Sei sanft mit dir.
Ja – und es ist sogar empfehlenswert. Eine Weihung erlischt nie, aber sie kann aufgefrischt und vertieft werden. Viele Reiki-Lehrer bieten für bereits Eingeweihte regelmäßig kostenlose Reiju-Zeremonien an.
Jede Wiederholung stärkt den Kanal, löst neue Schichten alter Energie und erinnert dein Energiesystem an seine volle Kapazität. Es ist wie das Stimmen eines Instruments – nicht weil das Instrument kaputt wäre, sondern weil das Stimmen den Klang reiner macht.
Sei offen, aber nicht erwartungsvoll. Wenn du dir vorstellst, wie die Weihung sein muss, blockierst du dich. Lass dich überraschen.
Sei vorbereitet. 1–2 Tage vor der Weihung: vegetarisch essen, kein Alkohol, genügend Schlaf, Stille suchen. Das macht den Kanal empfänglicher.
Sei dankbar. Du erhältst ein Geschenk, das über 100 Jahre alt ist und über unzählige Lehrer zu dir gewandert ist. Dankbarkeit öffnet das Herz – und ein offenes Herz empfängt mehr.
Sei still danach. Sprich möglichst wenig über die Erfahrung in den ersten Stunden. Bleib in dir. Das, was geschehen ist, braucht Zeit, um sich zu setzen.