Feinstoffliche Energiekanäle des Körpers im indischen Modell.
Nadis sind in der yogischen Tradition Indiens die unsichtbaren Bahnen, durch die Prana (Lebensenergie) im Körper strömt. Die alten Schriften sprechen von 72.000 Nadis, von denen drei besonders wichtig sind: Ida (links, mondhaft, kühlend), Pingala (rechts, sonnenhaft, wärmend) und Sushumna (zentral, entlang der Wirbelsäule, geistig). Die Chakren liegen dort, wo Ida, Pingala und Sushumna sich kreuzen.
Das Nadi-Konzept stammt aus den Upanishaden und tantrischen Texten (ca. 700 v. Chr. – 1100 n. Chr.) und ist eng mit Hatha-Yoga und Pranayama verknüpft. Im japanischen Reiki spielt das Modell keine zentrale Rolle, ist aber im westlichen Reiki durch die Verbindung mit dem Chakren-System sehr verbreitet.
Auch wer keine Sanskrit-Begriffe nutzt, begleitet mit Reiki praktisch die Nadi-Knotenpunkte: Hände auf Stirnchakra, Herz und Bauch wirken auf Sushumna. Atemübungen wie Joshin Kokyu Ho oder Wechselatmung (Nadi Shodhana) reinigen die Hauptnadis – eine schöne Brücke zwischen indischen und japanischen Werkzeugen.