Kurze Praxis für Alltag, Küche, Bad und Arbeitsplatz
Peter Baumann spricht diesen Tag vollständig für dich ein — ruhig, in deinem Tempo, zum Mitgehen statt zum Mitlesen. Die Aufnahme öffnet sich, sobald du kostenlos angemeldet bist.
Übe Reiki heute im Stehen und spüre, wie Füße, Hara, Wirbelsäule und Hände zusammenarbeiten.
Reiki braucht keine Bühne. Kerze, Kissen, ein freier Abend — das ist schön, aber es ist nicht die Bedingung. Reiki darf mit beiden Füßen im Alltag stehen. Es braucht nicht immer Kerze, Kissen und langen Abend. Übe heute im Stehen: in der Küche, während das Wasser kocht, im Bad, zwischen zwei Terminen. Die Füße auf dem Boden, eine Hand auf dem Bauch, ein paar Atemzüge lang nichts anderes.
Du wirst merken, dass es im Stehen wacher zugeht als im Sitzen. Wie ein ruhiger Baum am Rand einer belebten Straße. Um dich herum läuft alles weiter, und du stehst trotzdem. Achte darauf, wie Füße, Bauch und Wirbelsäule zusammenarbeiten, wenn du sie einmal bewusst spürst. Genau diese Form ist es, die dich später an Tagen trägt, an denen für nichts anderes Zeit bleibt. Und such dir eine feste Gelegenheit dafür. Immer beim Wasserkochen, immer beim Zähneputzen, immer vor dem Öffnen der Haustür. Im Stehen zu üben scheitert selten am Können, fast immer am Vergessen — und dagegen hilft nur, es an etwas zu hängen, das ohnehin jeden Tag geschieht.
Denk dir die heutige Übung wie einen ruhigen Baum am Rand einer belebten Straße. Das Bild beweist nichts, es gibt der Übung nur einen Ort. Reiki im Stehen ist keine Notlösung für Eilige, es ist die Form, in der die Praxis in den Alltag hineinreicht, an die Spüle, an den Schreibtisch, in den Flur. Achte dabei auf die Knie, sie dürfen weich bleiben, sonst hält der Stand nur den Körper fest.
Viel Aufbau braucht es diesmal nicht. Steh mit beiden Füßen unter den Hüften, so dass du weder anlehnst noch drückst. Ein kurzes Gassho genügt als Anfang, auch mitten in der Küche. Legen sich die Hände auf, ist genug getan, damit etwas fließen kann. Zwei Minuten reichen völlig. Und um dich herum darf ruhig alles weitergehen: wie ein ruhiger Baum am Rand einer belebten Straße.
Stelle dich hin, spüre die Fußsohlen und lege eine Hand auf den Hara. Die andere Hand ruht über dem Herzen oder locker an der Seite. Steh mit leicht gelösten Knien, nicht durchgedrückt — sonst kippt die Haltung nach hinten und der Bauch wird hart. Verteile das Gewicht gleichmäßig auf beide Füße und merk, ob du dich sonst mehr auf eine Seite stellst. Diese kleine Korrektur macht oft schon den halben Unterschied.
Im Stehen bleibt man wacher als im Sitzen, und das ist heute der Vorteil, nicht der Nachteil. Du wirst nicht wegdämmern und auch nicht in eine Vorstellung rutschen. Achte darauf, wie die Wirbelsäule zwischen Füßen und Händen arbeitet: unten der Boden, in der Mitte der Atem, oben die Hand auf dem Herzen. Wenn du das einmal deutlich gespürt hast, kannst du es überall abrufen — an der Haltestelle, in der Küche, zwischen zwei Terminen. Genau dafür übst du es heute in Ruhe.
Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Mann übte an der Kaffeemaschine im Stehen. Eine Hand am Hara, beide Füße am Boden: Aus einer Wartezeit wurde eine kleine Rückkehr zu sich.
Aus Wartezeit wurde Praxis, ohne dass ein Termin nötig war. Das ist der eigentliche Gewinn dieser Form: Sie kostet keine zusätzliche Zeit, sondern nutzt Zeit, die ohnehin verstreicht. Such dir heute eine solche Lücke in deinem Tag — am Herd, an der Ampel, vor dem Aufzug. Es müssen keine Minuten sein. Drei Atemzüge mit den Füßen auf dem Boden verändern die Stelle, an der du gerade stehst.
Bleib nach der Übung noch ein paar Atemzüge stehen, bevor du weitermachst. Genau hier entscheidet sich, ob aus der Unterbrechung eine Praxis wird oder nur eine Pause. Wie ein ruhiger Baum am Rand einer belebten Straße: Der Verkehr hört nicht auf, aber du gehst nicht sofort wieder mit.
Notiere heute nicht, was du gespürt hast, sondern wo du gestanden hast und wie lange. Küche, Bad, Flur, zwei Minuten. Das klingt banal und ist die nützlichste Angabe für diese Form: Nach einer Woche siehst du, welche Orte funktionieren — und Orte, die funktionieren, sind zuverlässiger als Vorsätze.
Steh noch einen Moment, bevor du weitergehst, und nimm eine Frage mit: Wie verändert sich dein Stand, wenn die Hände Ruhe in den Körper bringen? Antworte nicht sofort. Der Unterschied zeigt sich meist beim nächsten Warten, an der Kasse oder am Bahnsteig, wo du sonst von einem Fuß auf den anderen trittst. Auch ein kurzer Moment am Fenster zählt, wenn er wirklich stattfindet.
Eine Übung, die im Stehen geht, geht fast überall. Genau das macht sie im Alltag stärker als jede lange Sitzung, die nie stattfindet. Nimm deshalb mit, was heute fest stand, ohne steif zu werden: wie ein ruhiger Baum am Rand einer belebten Straße. Er hält den Verkehr nicht auf. Er steht nur anders darin, und das genügt. Alltag ist kein schlechterer Ort für Praxis als ein stiller Raum.
Deine Antwort gehört in dein persönliches Reiki-Tagebuch. Es wächst mit jedem Tag mit und bleibt allein bei dir.
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