Stärkere Eigenarbeit mit Reiki II
Peter Baumann spricht diesen Tag vollständig für dich ein — ruhig, in deinem Tempo, zum Mitgehen statt zum Mitlesen. Die Aufnahme öffnet sich, sobald du kostenlos angemeldet bist.
Mit dem ersten Reiki-Grad hast Du gelernt, Dich selbst mit den Händen zu begleiten, Positionen zu halten und den eigenen Energiefluss besser wahrzunehmen. Der zweite Grad vertieft diese Arbeit. Er macht die Selbst-Reiki nicht komplizierter, aber genauer. Denn mit den Symbolen kannst Du klarer unterscheiden, was Du gerade wirklich brauchst: mehr Kraft, Lösung eines belasteten Zustands oder Arbeit an einem Thema, das über den unmittelbaren Augenblick hinausreicht.
Gerade in der Selbst-Reiki zeigt sich, ob Du die Symbole verstanden hast. Bei anderen Menschen kann man sich leichter irren oder etwas hineinlesen. Bei sich selbst bekommt man oft sehr direkt Rückmeldung. Der Kopf wird stiller oder eben nicht. Der Brustraum weitet sich oder bleibt eng. Die Müdigkeit wird ehrlicher, statt nur schwerer. Diese Unmittelbarkeit macht die Eigenarbeit zu einem wichtigen Lernfeld.
Viele wollen die neuen Symbole sofort in der Reiki-Session für andere oder Fernarbeit einsetzen. Das ist verständlich, aber die reifere Reihenfolge geht oft über die eigene Praxis. Wer die Wirkung an sich selbst erkennt, wird in der Arbeit mit anderen präziser. Du lernst, wie sich Cho Ku Rei anfühlt, wenn wirklich Kraft fehlt. Du bemerkst, wann Sei He Ki einen festgehaltenen Zustand löst. Du verstehst aus Erfahrung, wann Hon Sha Ze Sho Nen sinnvoll ist, weil ein Thema nicht bloß im Jetzt sitzt.
Die Selbst-Reiki wird dadurch nicht zu einem Experimentierfeld für ständig neue Effekte. Sie wird eher nüchterner. Du fängst an, weniger wahllos zu tun und genauer zu wählen.
Cho Ku Rei ist das Kraftsymbol. Es ruft die Energie hier und jetzt. Es kanalisiert und lädt auf. In der Eigenarbeit ist es besonders hilfreich, wenn Du erschöpft, zerstreut oder energetisch offen bist. Nach einem langen Arbeitstag, nach vielen Begegnungen oder nach innerer Leere kann dieses Symbol helfen, wieder zu sammeln.
Ein Beispiel: Du kommst nach Hause und merkst, dass Du nicht nur müde bist, sondern völlig verstreut. Die Gedanken springen, die Hände sind kalt, der Blick ist unruhig. Dann kann Cho Ku Rei am Herzraum, Solarplexus oder Unterbauch sinnvoll sein. Nicht, um Dich künstlich hochzufahren, sondern um Deine Kraft wieder zu bündeln.
Nicht jede Selbst-Reiki braucht mehr Energie. Manchmal ist genug Kraft da, aber sie ist in einem belasteten Zustand gebunden. Ärger nach einem Gespräch, festgehaltene Angst, Grübeln vor dem Schlaf, emotionale Kränkung oder diffuse innere Unruhe sind typische Fälle für Sei He Ki. Es löst Zustände auf, auch psychische Zustände. Genau deshalb ist es für die Eigenarbeit so bedeutend.
Nehmen wir an, Du liegst abends im Bett und bist körperlich eigentlich müde, aber innerlich läuft immer wieder dasselbe Gespräch ab. Dann ist nicht vor allem Kraftmangel das Problem. Dann sitzt ein Zustand fest. Sei He Ki kann hier stimmiger sein als bloßes Aufladen. Häufig beruhigt sich dann nicht nur der Kopf, sondern auch der Körper folgt nach.
Selbst-Reiki betrifft nicht immer nur den Tag, der gerade zu Ende geht. Es gibt Themen, die an einer alten Szene hängen oder an einer bevorstehenden Situation. Dann kann Hon Sha Ze Sho Nen hilfreich sein, weil es über Raum und Zeit hinweg verbindet.
Ein Beispiel: Du weißt, dass morgen ein schwieriges Gespräch ansteht, und schon heute zieht sich Dein Bauch zusammen. Dann kannst Du in Deiner Selbst-Reiki nicht nur den aktuellen Stress begleiten, sondern auch bewusst die kommende Situation einbeziehen. Oder ein altes Erlebnis ist durch einen neuen Anlass wieder aufgebrochen. Dann kann das Symbol helfen, diese Verbindung klar ins Reiki-Feld zu holen, statt bloß die aktuellen Symptome zu glätten.
Beginne nicht automatisch mit allen Symbolen. Spüre zuerst, was vorliegt. Frag Dich schlicht: Bin ich kraftlos? Bin ich in einem belasteten Zustand? Oder hängt das Thema an etwas, das zeitlich anders gelagert ist? Schon diese drei Fragen bringen oft mehr Ordnung.
Manchmal ist die Reihenfolge klar: erst Cho Ku Rei, um Dich zu sammeln, dann Sei He Ki, um den eigentlichen Zustand zu lösen. In anderen Fällen reicht ein Symbol. Die Qualität der Session hängt nicht an der Menge, sondern an der Stimmigkeit.
Hilfreich ist auch, die Körperreaktion ernst zu nehmen. Unterbauch und Füße sprechen oft auf Erdung und Sammlung an. Herzraum und Solarplexus zeigen häufig emotionale Zustände. Stirn und Hals werden auffällig, wenn Gedanken und unausgesprochene Spannung mitwirken. Solche Beobachtungen machen Deine Session konkreter.
Die Selbst-Reiki mit Symbolen ist kein ständiges Nachbessern an Dir selbst. Wer jede kleine Regung sofort energetisch bearbeiten will, kann leicht unruhig werden. Reiki will nicht jeden menschlichen Zustand ausradieren. Müdigkeit nach einem vollen Tag ist nicht immer ein Problem. Traurigkeit braucht nicht automatisch Korrektur. Gute Eigenarbeit unterscheidet zwischen natürlichem Erleben und wirklicher Festsetzung.
Auch hier gilt: Reiki ersetzt nicht Schlaf, Nahrung, Bewegung, ehrliches Gespräch oder notwendige Hilfe. Es unterstützt diese Dinge. Es soll Dich näher ans Leben bringen, nicht davon entbinden.
Sie macht Dich meist schlichter. Du wirst im Umgang mit Dir selbst weniger dramatisch. Du erkennst früher, was gerade wirklich los ist. Du brauchst weniger Überbau und mehr Präzision. Vielleicht schläfst Du besser, reagierst weniger heftig, kommst schneller aus Anspannung heraus oder merkst rechtzeitig, wann Du eine Pause brauchst.
Ein alter Reikimeister würde sagen: Behandle Dich nicht, um besonders zu werden. Behandle Dich, damit Du wahrer wirst. Genau das leisten die Symbole in der Selbst-Reiki, wenn Du sie nicht als Schmuck, sondern als Werkzeuge gebrauchst.
Deine Antwort gehört in dein persönliches Reiki-Tagebuch. Es wächst mit jedem Tag mit und bleibt allein bei dir.
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