Symbole in der Direkt-Session
Peter Baumann spricht diesen Tag vollständig für dich ein — ruhig, in deinem Tempo, zum Mitgehen statt zum Mitlesen. Die Aufnahme öffnet sich, sobald du kostenlos angemeldet bist.
Die Partner-Session verändert sich im zweiten Reiki-Grad nicht dadurch, dass plötzlich alles neu wäre. Hände bleiben Hände, Berührung bleibt Berührung, und eine gute Session lebt weiterhin von Ruhe, Wahrnehmung und sauberer Haltung. Neu ist, dass Du mit den Symbolen präziser arbeiten kannst. Du begleitest nicht nur allgemein mit Reiki, sondern kannst die Qualität der Session stärker auf den tatsächlichen Zustand abstimmen.
Gerade in der Direkt-Session ist das wichtig, weil Du dem Menschen unmittelbar begegnest. Du siehst Atmung, Hautfarbe, Körperspannung, Gesichtsausdruck, Reaktionen auf Berührung und die Gesamtverfassung. Dadurch hast Du mehr Hinweise als in reiner Fernarbeit. Das verpflichtet Dich dazu, genauer hinzuschauen und nicht einfach schematisch mit Symbolen um Dich zu werfen.
Cho Ku Rei kann eine Session sammeln, Kraft in einen Bereich rufen und ein Feld stabilisieren. Wenn ein Mensch erschöpft, energetisch zerstreut oder offen für fremde Einflüsse wirkt, ist das Kraftsymbol oft ein sinnvoller Einstieg. Es kanalisiert Energie hier und jetzt und kann helfen, dass die Session klarer getragen wird.
Sei He Ki kommt dort in den Vordergrund, wo nicht bloß Kraft fehlt, sondern ein belasteter Zustand sichtbar wird. Das kann sich als enge Atmung, ständiges Grübeln, Nervosität, Scham, Traurigkeit oder emotionale Überreizung zeigen. Sei He Ki setzt genau an dieser Zustandsebene an. In der Direkt-Session ist das oft besonders gut zu beobachten, weil sich Veränderungen unmittelbar im Gesicht, in der Atmung oder im Tonus des Körpers zeigen.
Hon Sha Ze Sho Nen wird in der Partner-Session seltener als Hauptsymbol gebraucht als in der Fernreiki-Arbeit, kann aber sehr passend sein, wenn ein Thema deutlich an einer vergangenen Erfahrung oder an einer bevorstehenden Situation hängt. Wenn ein Mensch auf der Liege erzählt, dass die eigentliche Not nicht hier im Raum entstanden ist, sondern an einem alten Erlebnis oder an einer kommenden Belastung hängt, kann das Symbol die Session genauer machen.
Eine Person kommt völlig erschöpft zur Session. Sie wirkt blass, fahrig, und Du spürst schon im ersten Kontakt, dass viel Kraft verloren geht, weil der Mensch kaum in sich gesammelt ist. Dann kann Cho Ku Rei zu Beginn sehr sinnvoll sein, um überhaupt ein stabiles energetisches Feld zu schaffen. Erst wenn diese Sammlung da ist, zeigt sich oft deutlicher, was darunter noch liegt.
Ein anderes Beispiel: Eine Klientin sagt, sie sei "nur müde", aber während der Session merkst Du am Solarplexus und Herzraum deutliche Unruhe. Die Atmung stockt immer wieder leicht. Im Gespräch zeigt sich, dass ein schmerzhaftes Thema innerlich ständig mitläuft. Hier wäre es grob, nur aufzuladen. Sei He Ki passt besser, weil ein psychischer Zustand gehalten und gelöst werden will.
Oder jemand steht vor einem wichtigen Gerichtstermin und kann kaum abschalten. In der Direkt-Session begleitest Du natürlich den aktuellen Stress im Körper. Doch wenn klar ist, dass die ganze Spannung an einer zukünftigen Situation hängt, kann Hon Sha Ze Sho Nen die Arbeit vertiefen. So begleitest Du nicht nur die sichtbare Anspannung, sondern auch die Verbindung zu dem, was bereits jetzt auf den Menschen einwirkt.
Ein häufiger Fehler in Reiki II ist der Wunsch, die neuen Möglichkeiten ständig zu zeigen. Dann werden mehrere Symbole nacheinander oder nebeneinander eingesetzt, obwohl der Zustand längst klar ist. Das führt leicht zu Unruhe. Die Partner-Session verliert dann ihre Schlichtheit.
Reife Arbeit ist zurückhaltend. Du brauchst nicht bei jeder Position jedes Symbol. Viel wichtiger ist, dass Du verstehst, warum Du etwas tust. Ein gezielter Einsatz, der zum Zustand passt, ist fast immer stärker als eine überladene Session.
Gerade weil Symbole sehr wirksam erlebt werden können, braucht die Partner-Session eine gute äußere Form. Erkläre knapp und klar, was Du tust, wenn der Mensch es wissen möchte. Überfahre niemanden mit esoterischer Sprache. Viele Menschen spüren sehr deutlich, ob jemand ihnen mit Ruhe begegnet oder ob der Behandler sich selbst beeindrucken will.
Auch die Grenzen bleiben dieselben wie im ersten Grad. Achtsame Berührung, Einverständnis, Respekt vor körperlicher und seelischer Intimität und das Anerkennen professioneller Grenzen sind nicht verhandelbar. Die Symbole heben diese Grundsätze nicht auf, sondern machen sie noch wichtiger.
Sie wird stiller, nicht pompöser. Der Mensch auf der Liege kommt eher zu sich, statt mit großen Deutungen überschüttet zu werden. Vielleicht vertieft sich die Atmung. Vielleicht weicht eine starre Stirn. Vielleicht entspannt sich der Bauch. Vielleicht sagt der Mensch nach der Reiki-Session nicht viel, aber seine Präsenz ist wieder mehr bei sich. Das sind starke Zeichen.
Ein alter Reikimeister würde vielleicht sagen: Verwende die Symbole so, dass der Mensch mehr Raum bekommt und nicht Du. Genau dort zeigt sich, ob Reiki II in der Partner-Session wirklich gereift ist.
Deine Antwort gehört in dein persönliches Reiki-Tagebuch. Es wächst mit jedem Tag mit und bleibt allein bei dir.
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